Deutschland und Klimawandel

Klimawandel findet auch in Deutschland statt und er wirkt in viele Bereichen des täglichen Lebens hinein. Die Anpassung an den Klimawandel geht uns daher alle an.“  So Barbara Hendricks, Umweltministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (seit Dezember 2013).

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Auch in Deutschland zeichnen sich die Folgen des Klimawandels deutlich ab. Betroffen sind bereits die Energieversorgung, die Landwirtschaft und die Gesundheitsvorsorge. 2003 mussten 30 europäische Kraftwerke ihre Stromproduktion reduzieren, da durch die starke Hitzewelle nicht genügend Kühlwasser zur Verfügung stand. In der Landwirtschaft entstehen Probleme durch Wetterschwankungen (Stürme, Starkregen, Hagel, etc.). Dadurch ist nicht nur ein Qualitätsverlust bei den Erträgen zu erwarten, teilweise werden ganze Ernten durch die klimatischen Bedingungen zerstört.

Im Frühjahr 2016 erlebte Süddeutschland, z.B. das Städtchen Braunsberg,  heftigste Unwetter und zerstörerische Überschwemmungen in bislang ungekanntem Ausmaßen. Nicht wenige werteten das als Folgen des Klimawandels. Weitere Zeitungsberichte über Klimwandelfolgen in Hamburg und Deutschland hat die Schule am See über ein Jahr lang aus dem Hamburger Abendblatt gesammelt.

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Die Gesundheitsvorsorge ist ebenfalls betroffen. Es wird mit neuen „wärmeliebenden“ Insekten gerechnet, wie zum Beispiel mit der Tigermücke, welche Malaria und das gefährliche Dengue-Fieber übertragen kann. Aber auch mit einer größeren Verbreitung von Zecken ist zu rechnen. Schon jetzt werden viele präventive Maßnahmen getroffen: Hitzewarnsysteme beispielsweise sollen  insbesondere Pflegeeinrichtungen dabei unterstützen, sich auf die heißen Temperaturen einzustellen und sich darauf vorzubereiten. Ebenfalls wird zu neuen Obst- und Gemüsesorten geforscht, welche sich an längere Trockenphasen anpassen können und nicht eingehen.

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Auch die durch den Klimawandel veränderten Gesundheitsbedingungen sind Anlass zur Sorge: Durch die Hitze kann es, vor allem bei alten Menschen oder kleinen Kindern, zu Herzkreislaufstörungen kommen. Zudem werden Infektionskrankheiten und Allergien begünstigt, da durch die Trockenheit der Pollenflug begünstigt wird.  Krankheitserreger und Vektoren verbreiten sich bei erhöhten Temperaturen leichter. Auch das Hautkrebsrisiko ist durch die Veränderung der natürlichen UV-Licht-Belastung erhöht.

In Anbetracht all dieser großen Herausforderungen, mit denen Deutschland in den kommenden Jahrzehnten konfrontiert werden wird, erscheint der im November 2016  von der Bundesregierung verabschiedete „Klimaschutzplan 2050“ in weiten Teilen als völlig unzureichend und ohne konkrete Handlungsvorgabe.

Klimawandel in Hamburg

„(…) Der Klimawandel ist in Hamburg angekommen. Wir müssen die Stadt an diese Veränderungen anpassen.“ (Umwelt-Senator Jens Kerstan, zit.n.Hamburger Morgenpost v. 16.6.2016)

Nach einer Studie des Umweltbundesamtes zu den Folgen des Klimawandels werden Deutschlands Regionen unterschiedlich stark betroffen sein. In Hamburg bereitet nicht so sehr die Temperaturerhöhung Sorgen. Vielmehr steigt, aufgrund der Nähe der Stadt zum Wasser, das Risiko für Überschwemmungen und Sturmfluten. Hamburg versucht, so gut es geht sich anzupassen, sich auf mögliche Katastrophen vorzubereiten und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

elbe-beach-1688701_1280So soll bei der Beschaffung von Ressourcen soll künftig mehr auf den ökologischen Fußabdruck geachtet werden. Pro Jahr kauft die Hansestadt immerhin für rund 250 Mio. Euro Waren, Güter und Dienstleistungen ein. Deren Beschaffung soll zukünftig stärker nach ökologischen Kriterien ausgerichtet werden. Der Hamburger Senat hat dazu einen 150 Seiten umfassenden Kriterienkatalog als Leitfaden für umweltverträglich Beschaffung beschlossen, der ökologische Standards für den Einkauf und die Vergabe von Waren definiert – angefangen vom Druckerpapier über Glühbirnen oder Putzmittel und Wandfarben bis hin zum Dienstwagen. Der Kriterienkatalog enthält auch eine Negativliste mit Produkten, die die Stadtverwaltung künftig nicht mehr einkaufen und einsetzen darf (z.B. Kaffeemaschinen mit Alukapseln, Mineralwasser in Einwegflaschen, Einweggeschirr oder chlorhaltige Putzmittel).

Allerdings werden von verschiedenen NGOs, Wissenschaftler*innen und politischen Akteuren Hamburgs Aktivitäten im Bereich Klimaschutz als in Teilen ungenügend oder gar als völlig unzureichend eingeschätzt. Die Initiative Fossil Free Hamburg setzt sich beispielsweise dafür ein, jegliche neue Investitionen in fossile Brennstoffunternehmen einzufrieren. 

Stoppen der Ölförderung im Norden

Und im benachbarten Schleswig-Holstein regt sich Widerstand gegen die weitere Extraktion fossiler Brennstoffe, wie z.B. die Ölförderung im Schwedeneck, einem geschützten Küstengebiet bei Eckernförde. Die Bevölkerung wehrt sich gegen den Ressourcenraub und die Verschmutzung der Umwelt und versucht, durch eine Unterschriftensammlung die Ölförderung zu stoppen. Bei der Ölgewinnung werden u.a. stark umweltbelastende Chemikalien freigesetzt.

Die Bürger*innen befürchten, dass nach den Bohrungen mit der Fracking-Methode gearbeitet werden soll. Dabei werden Chemikalien wie Stützmittel, Additive und Biozide gemischt mit Wasser bei einem Druck von ca. 1000bar in die Bohrung gepresst. Ein Test ergab, dass dabei ätzende Chemikalien sowie andere giftige und umweltbelastende bzw. -gefährdende Stoffe freigesetzt werden.

Weiterführende Materialien:
Deutschland und die Folgen des Klimawandels

Klimazeugenbericht: Ruth Hartwig-Kruse, Hallig Nordstrandischmoor
Norddeutscher Klima-Atlas:
informiert über den aktuellen Forschungsstand zum möglichen künftigen Klimawandel in Norddeutschland.
Auswirkungen des Klimawandels auf Deutschland
Zukunftsfähiges Hamburg: Zeit zum Handeln