Indien und Klimawandel

Full_india_mapMit 1.292 Mio. Einwohner*innen ist Indien nach China der zweitbevölkerungsreichste Staat der Erde und gehört zu den zehn größten Ländern. Indien ist eine demokratische Bundesrepublik bestehend aus 29 Bundesstaaten. Der südasiatische Staat grenzt im Norden an den Himalaya und wird im Süden vom Indischen Ozean umschlossen. Des Weiteren führen Indiens Grenzen an Pakistan, Tibet, Bhutan, Myanmar, Nepal und Bangladesch entlang. Indien ist sehr dicht besiedelt, doch nicht in allen Gebieten gleich. So leben in Bihar durchschnittlich 1.106 Menschen auf einem Quadratkilometer, in Arunachal Pradesh dagegen nur 17.
Im indischen Staat lebt eine Vielfalt an Ethnien. Den größten Teil machen die Indoarier mit 72 Prozent aus; die Draviden stellen 25 Prozent der Bevölkerung dar. Während im Land über 100 verschiedene Sprachen gesprochen werden, erkennt die Verfassung neben den beiden Amtssprachen Hindi und Englisch nur 21 weitere Sprachen an. Ebenso groß ist religiöse Vielfalt in Indien. Die drei größten Religionen sind Hinduismus, Islam und Christentum.

Derzeit macht Indien eine rasante wirtschaftliche und technologische Entwicklung durch und strebt zur Armutsbekämpfung ein starkes Wirtschaftswachstum an. Gleichzeitig gehört Indien zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern. Menschen aus ländlichen Gebieten Indiens sind am meisten von den Folgen des Klimawandels und den Klimaschwankungen betroffen. 34,4% der Bevölkerung – insbesondere in den ländlichen Gebieten –  leben von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Sie benötigen natürliche Ressourcen und Ackerfrüchte, deren Wachstum wiederum vom Klima abhängig ist. Durch die Veränderung des Klimas wer den die Ernteerträge und Lebensmittelversorgung prekärer.
Durch das Expandieren Indiens steigen dessen CO2-Emissionen rasant. Wenn die momentane Wachstumsrate anhält, wird sich deren Energieverbrauch bis 2020 mehr als verdoppeln. So würde Indien zu einem bedeutenden Mitverursacher des Klimawandels werden und Dürreperioden, steigender Meeresspiegel, Überschwemmungen und tropische Wirbelstürme würden sich drastisch verschlimmern.

Aktuell ist Indien das Land mit dem fünftgrößten Treibhausgas-Ausstoß weltweit. Der Pro-Kopf-Ausstoß beträgt allerdings mit 1,1 Tonnen nur ein Siebtel des durchnittlichen Pro-Kopf-Ausstoßes in der Europäischen Union auf. Die Regierung startete im Jahr 2008 den ersten Nationalen Aktionsplan zum Klimawandel. Die bundesstaatlichen Klimaaktionspläne dienen der Unterstützung von Indiens Umweltpolitik und integrieren Fragen des Klimaschutzes in die Politik, Pläne und Programme. Außerdem fördern sie den Aufbau von Anpassungskompetenzen auf lokaler Ebene. Allerdings wird die Umweltschutzgesetzgebung häufig nur mangelhaft umgesetzt.
Mittlerweile haben sich viele Institutionen in Indien mit dem Klimawandel beschäftigt. Das größte Umweltproblem des Landes stellt die Wasserknappheit dar. Nur 16 Prozent der indischen Haushalte haben einen Zugang zu sanitären Anlagen. Die Wasserversorgung muss durch Staudämme und künstliche Bewässerungssysteme geregelt werden. In einigen Regionen verursachen häufige Überschwemmungen zusätzliche Probleme. Neben der mangelhaften Wasserversorgung ist der Anteil an Feinstaub in den Städten extrem hoch, der durch Industrie und Verkehr verursacht wird. Die Industrieplanung Indiens ist noch nicht auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereitet, sodass ihr gefährliche Verluste bevorstehen.

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Quelle: pixabay

Allgemeine Länderinformationen zu Indien

♦ Auswärtiges Amt
♦ Wikipedia
♦ Spiegel Online
♦ Bundeszentrale für politische Bildung
♦ Die Welt in Zahlen

Materialien für den Unterricht

Landkarte, Länderinfos, Hindi, Arbeitsblätter, Malvorlagen u.a.m. von Welt in der Schule
Woran denkst du, wenn das Land Indien genannt wird?
Indien: Entwicklungs-, Schwellen- oder Industrieland?

Indien und die Folgen des Klimawandels

Klimazeugenberichte aus Indien (deutsch)
Klimazeugenberichte aus Indien (englisch)
Indiens erster Klimaschutzplan