Klima und Ernährung

Posted on by

Rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen weltweit entstehen durch Ernährung.

In Deutschland verbraucht, dem Bundesumweltministerium zufolge, jede*r von uns durchschnittlich 500kg Lebensmittel im Jahr (2016), Getränke nicht inbegriffen. Das macht pro Kopf jährlich 2,1 Tonnen CO2 – insgesamt etwa so viele Treibhausgase, wie bei der “Mobilität” entstehen. Oder anders: Unser Essen verursacht so viele Treibhausgase wie alle Autos, Züge, Busse und Flugzeuge in Deutschland zusammengenommen.

Quelle: Slow Food Magazin 1/2018 nach WWF 2012

Etwa 45 Prozent der Treibhausgase durch Ernährung entstehen bei der Erzeugung der Lebensmittel (einschließlich der Transporte), also zum Beispiel auf dem Acker, im Kuhstall, aber auch bei der Verarbeitung oder durch den Supermarkt. Ein großer Teil entsteht weiterhin durch den Energieverbrauch zur Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln sowie anteilige Raumwärme (Küche) und Einkaufsfahrten.

Es wird sogar erwartet, dass unser Essen bis 2050 bis zur Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen verursachen wird.

Schon dreimal pro Woche klimafreundlich essen, könnte die Welt verändern – behauptet das Schweizer Unternehmen Eaternity – App’etite for change.

Berechnungen des WWF zufolge würden wir, wenn alle Menschen in Deutschland ihren Fleischkonsum auf ein gesundheitlich sinnvolles Maß von gut die Hälfte herunterschrauben würden, bereits den Gegenwert von 100 Milliarden PKW-Kilometern an Treibhausgasen sowie Ackerflächen so groß wie Sachsen einsparen. Diese u.v.a. Informationen sind in der  WWF-Studie „Klimawandel auf dem Teller“ (2012) zu finden.

Quelle: pixabay

Grund genug, sich mit dem Thema ausführlicher zu befassen und die eigenen Konsum- und Essgewohnheiten zu überprüfen.  Gerade für den Unterricht eignet sich das Thema Ernährung sehr gut, da es ganz nah dran ist an der Lebenswelt von Jugendlichen, ebenso sinnliches Ausprobieren und Genuss umfasst wie es individuelle, gemeinsame und politische Handlungsoptionen bietet und mit anderen Jugendthemen wie Gesundheit, Feiern u.a. verbunden werden kann. Wer einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte, hat durch eine bewusste Ernährung gute Möglichkeiten – aber auch die Politik und Agrarindustrie kann und muss hierzu in die Pflicht unbedingt genommen werden.

Wer auf dem eigenen Teller mit Klimagerechtigkeit anfangen will, der kann jetzt in der Datenbank von Eaternity nebst dazugehöriger App (auch für Schulkantinen!) die CO2 Bilanz von Produkten und Gerichten errechnen.

Eine einfachere und nutzerfreundlichere, aber auch weniger umfassend recherchierte CO2-Berechnung des eigenen Essens bietet die Seite  „Werde Klimatarier!“

Quelle: pixabay

Auf der Seite „Essen und Klimaschutz“ des Bundeszentrums für Ernährung gibt es Informationen, Anregungen und Hinweise auf Unterrichtsmaterialien rund um die Frage: „Was hat mein Essen mit dem Klima zu tun?“ Man findet dort Informationen zu CO2-Emissionen bei Transport und Kühlhauslagerung von Obst und Gemüse, Fragen zum saisonalen und regioalen Lebensmitteleinkauf und kann einen Saisonkalender für Obst und Gemüse herunterladen.

Das Projekt „Klasse Klima – heißkalt erwischt“, ein Kooperationsprojekt von BUNDjugend, Naturfreundejugend Deutschlands und Naturschutzjugend, bietet ein Modul zum Thema „Das Klima ist, was du isst“ das hier heruntergeladen werden kann.

Beim Lynx-Heft (2/2012), der zweimal jährlich erscheinenden Zeitschrift des Fördervereins vom Förderverein Schulbiologiezentrum Hamburg e.V., dreht sich ebenfalls alles um klimafreundliches Essen.

Beim Projekt „Gutes Essen macht Schule“ der Hamburger Agrarkoordination geht es um nachhaltige Kita- und Schulverpflegung.

Das Ökomarkt Schulprojekt bietet u.a. Schulworkshops zu klimafreundlichem Kochen.

Quelle: pixabay

Als guter Einstieg oder auch als Abschluss einer Unterrichtseinheit „Klima und Ernährung“ bietet sich ein Klimafrühstück an. Hierzu bietet das Referat Umwelterziehung und Klimaschutz des Hamburger Landesinstitutes für Lehrerbildung und Schulentwicklung neben ReferentInnen auch mehrere Materialkoffer sowie schulinterne und -externe Fortbildungen. Bei der Berliner Organisation KATE e.V. kann zudem ein Leitfaden Klimafrühstück heruntergeladen oder bestellt werden.