Klima und Flucht

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„Ein Drittel Bangladeschs wird am Ende dieses Jahrhunderts unter Wasser stehen. Die Malediven und etliche Inselstaaten werden verschwinden: unser Atlantis des 21. Jahrhunderts.“ – Joseph Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger

Klimawandel verstärkt Klimaflucht

hurricane-katrina-180538_1920_pixabayWeltweit fliehen immer mehr Menschen vor Naturkatastrophen und gewaltsamen Konflikten. Klima- und Migrationsforscher*innen diskutieren, inwiefern der Klimawandel eine Mitschuld an den „erzwungenen Wanderungen“ und „geplanten Umsiedlungen“ trägt. Ihre Erkenntnisse stellten sie im Mai 2016 in einer Studie vor.
Es gibt sehr viele Beweggründe und Faktoren, die dazu führen, dass Menschen ihre Heimat dauerhaft verlassen. Wie bedeutsam der Klimawandel in diesem Rahmen für die weltweite Migration ist, lässt sich nicht genau beziffern. Es ist auch fraglich, ob das jemals möglich sein wird.  Dennoch lassen sie die Größenordnungen und Trends bestimmen, in denen Klimaveränderungen zu Fluchtgründen werden können.
So verlassen von den 20 Millionen Menschen, die weltweit jedes Jahr innerhalb ihres Landes migrieren, die meisten aufgrund von Naturkatastrophen ihre Heimat. In dieser Zahl sind keine Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche oder Erdbeben enthalten, sondern vor allem die, die Folgen der menschengemachten Klimaveränderung sind. Entscheidend seien hier die zunehmende Zahl oder Stärke von Hitzewellen, Dürren oder Extremniederschlägen.dürre_pixabay
Regional stelle sich das allerdings sehr unterschiedlich dar. Es ist deshlab sehr schwierig, bestimmten Klimawandelfolgen bestimmte Fluchtgründe zuzuordnen. So könnten im Nahen Osten oder im Mittelmeerraum durchaus Starkniederschläge und verstärkte Dürreperioden zugleich auftreten. Die Zeiträume zwischen den Niederschlägen verlängerten sich dann beispielsweise einfach.
So verlassen gegenwärtig zweimal so viele Menschen ihre Region aus Gründen von Naturkatastrophen als wegen gewaltsamer Konflikte. Im vergangenen Jahr waren das 19,2 Millionen Menschen in 113 Ländern, die aufgrund von Naturgewalten Haus und Hof aufgeben mussten. In dieser Zahl sind allerdings auch die nicht-Menschengemachten Klimafolgen wie die von Vulkanausbrüchen eingerechnet.
Fakt ist jedoch, dass Umwelt- und Klimamigration heute schon Realität und nicht erst ein künftiges Szenario ist.
Selbst bei einem Klimawandel innerhalb der Zwei-Grad-Grenze werden sich die Probleme versfotoklima_8 - Kopiechärfen, warnen die Wissenschaftler*innen. So werden sich durch den Klimawandel die Nahrungsmittelpreise bis 2050 um 10-30 Prozent erhöhen – bei extremer Armut ist das sehr bedenklich.
Nach Angaben der Weltbank könnten bei schlechter globaler Wirtschaftsentwicklung bis 2030 etwa 100 Millionen Menschen neu in extreme Armut geraten – 45 Millionen von ihnen könnten durch Klimawandelfolgen in diese Lage kommen, besonders in Afrika südlich der Sahara und in Südasien. (Quelle: www.klimaretter.info)
Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

o12816Klimaflüchtlinge, die nicht flüchten

Immer mehr Menschen ziehen fort, weil Umwelt- und Klimaveränderungen ihre Lebensgrundlagen untergraben. Zurück bleiben die Ärmsten, Verletzlichsten und Schutzbedürftigsten: Sie können häufig gar nicht von dort abwandern, wo sie Wetterextremen fast schutzlos ausgesetzt sind.

Mehr zum Thema Umwelt und Migration im Themenheft „Umwelt und Migration“ des Magazins movum – Briefe zur Transformation.

Interview: Klimawandel und Migration

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Klimawandel und Migration? Wie viele „Klimaflüchtlinge“ gibt es? Und was sollte die Politik tun? Der Klima-Experten Jan Kowalzig von OXFAM im Interview mit dem Journal ÖkologiePolitik.

Die globale Herausforderung

Wie können diese Wanderungsbewegungen bewältigt bzw. wie kann mit ihnen umgegangen werden? Klimaflucht ist eine weltpolitische Herausforderung, auf die die internationale Gemeinschaft sofort Antworten finden muss.
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