Uganda und Klimawandel

Die Republik Uganda ist ein Binnenstaat in Ostafrika und grenzt im Norden an den Südsudan, im Osten karteeee an Kenia, im Süden an Tansania, im Südwesten an Ruanda und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. Im Südosten verlaufen die Grenzen zu Kenia und Tansania zum Teil durch den angrenzenden Victoriasee. Der Victoriasee ist Teil der Staaten Tansania, Uganda und Kenia. Er ist weltweit der drittgrößte See und der zweitgrößte Süßwassersee und beheimatet fast dreimal so viele Süßwasserfischarten wie die Gewässer in ganz Europa!

Die etwa 34,5 Mio. Einwohner*innen Ugandas bilden über 40 Völker mit jeweils eigenen Sprachen, Kulturen, Traditionen und zum Teil auch Religionen. Die größten Bevölkerungsgruppen sind Ban-tu, Niloten, Hamitoniloten und die im Norden lebenden, Sudansprachen sprechenden Gruppen.

Rund 40 % der Bevölkerung Ugandas sind römisch-katholisch, weitere 36% anglikanische Christen. Hinzu kommen knapp 14 % sunnitische Muslime und etwa 1 % Anhänger*innen von traditionellen afrikanischen Religionen.

Die Kolonialherren brachten die Amtssprache Englisch mit; Swahili kommt als zweite Amtssprache hinzu, wird aber wenig genutzt. Zu den wichtigsten Lokalsprachen zählen Luganda, Luo, Iteso und Rwanyankole. Insgesamt werden in Uganda 43 verschiedene Sprachen gesprochen.

Schon seit Jahrhunderten ist Kaffee mit 17,5 Prozent Anteil am Gesamtexport das wichtigste Exportgut des Landes. Daneben werden auch Fischprodukte und in geringerem Umfang Blumen, Tabak, Tee, Baumwolle sowie Obst und Gemüse für den Export produziert.

Uganda gilt als ein Land mit großen Problemen im Bereich der Armutsbekämpfung. Es gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Erde und belegt im Human Development Index Platz 164 (2013). Hinzu kommen die massiven Herausforderungen der schon heute akut spürbaren Folgen des Klimawandels. So bedrohen die steigenden Temperaturen und der geringere Regenfall vor allem den Kaffeeanbau. Viele befürchten, dass die für den Kaffeeanbau geeigneten Flächen sich um die Hälfte reduzieren werden. Dabei ist nicht Uganda Hauptverursacher des globalen Klimawandels, sondern die massiv Emissionen produzierenden Industrieländer. Gleichzeitig vermischen und verstärken sich lokal verursachte Umweltprobleme und Folgen des globalen Klimawandels gegenseitig.

Armutsbekämpfung und Klimaschutz vertragen sich nicht

Die Folgen des Klimawandels sind vor allem in Form zunehmender Wetterextreme, Überschwemmungen, Dürreperioden und Wassermangel vielfach spürbar. Die daraus entstehenden Herausforderungen haben zahlreiche Dimensionen: Betroffen ist nicht nur die landwirtschaftliche Produktion, sondern in Folge auch die Nahrungssicherheit. Der Mangel an sauberem Wasser und die Verbreitung von Krankheiten verschärfen insgesamt die Gesundheitssituation der Bevölkerung. Die Zerstörung und der Verlust von Lebensräumen gefährden die Biodiversität. Durch diese verschiedenen Probleme verschärft sich zudem das Konfliktpotenzial nomadischer Viehzüchter in ihren Heimatgebieten. Auch die in weiten Teilen von Wasserkraft abhängige Energieversorgung gestaltet sich zunehmend schwieriger. Ein ausführlicher Bericht der Konrad-Adenauer-Stiftung über Uganda und die Folgen des Klimawandels kann hier heruntergeladen werden.

Entwicklungsmaßnahmen

Zusätzlich verschärft wurde die Situation durch ineffektive oder unpassende Entwicklungsmaßnahmen und selbstverschuldete Umweltzerstörung wie die Entwässerung von Feuchtgebieten, Abholzung, Überweidung und andere destruktive Nutzungen der ökologischen Ressourcen. Ein krasses und bekanntes Beispiel ist der Viktoriasee: Der größte See Afrikas hat mit seinem reichen Fischbestand Generationen von Ostafrikaner*innen mit Nahrung versorgt. 2007 lebten an seinen Ufern etwa 30 Millionen Menschen. Jetzt droht dem See ein langsamer Tod. Durch die immer dichtere Besiedlung hat der See heute mit massiven Umweltproblemen wie z.B. Verschmutzung und Sauerstoffmangel zu kämpfen. Die gezielte Einsetzung des Nilbarsches in den 1960ern zur Steigerung der Fischereierträge führte zur Ausrottung zahlreicher lokaler Fischarten, insbesondere der Buntbarsche – andere Arten sind bedroht, die einheimische Trockenfischindustrie ist so gut wie ruiniert.

Landwirtschaft ist das Hauptstandbein der ugandischen Wirtschaft – sowohl als Subsistenzlandwirtschaft der Bevölkerung als auch als Hauptexportsektor. In Folge von Klimawandel und anderen Umweltproblemen sinken derzeit jedoch die Erträge und die Lebensmittelpreise steigen. Dies führt wiederum zu bedeutsamen Rückschlägen im Kampf gegen die Armut.

In Ugandas Hauptstadt Kampala mit seinen rund 1,35 Millionen Einwohner*innen ist davon allerdings wenig zu spüren. Durch seine Nähe zum Viktoriasee, den nahe gelegenen internationalen Flughafen, den einige Kilometer entfernten Seehafen sowie die Bahnverbindungen in Richtung Nairobi und Mombasa ist die quirlige Universitätsstadt Hauptumschlagspunkt für Ugandas Exportwirtschaft sowie wichtigster Anlauf- und Knotenpunkt für den Ferntourismus. Für das Jahr 2017 hat die ISESCO (Islamische Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur) Kampala zur Hauptstadt der Islamischen Kultur der afrikanischen Region ernannt.

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Allgemeine aktuelle Länderinformationen

Auswärtiges Amt
Wikipedia
Die Welt in Zahlen
Gesichter Afrikas
Länderinformationsportal

Uganda und die Folgen des Klimawandels

Konrad Adenauer Stiftung
Klimazeugin Martina Longom aus Caicaoa
Klimazeuge Lourien Lokwareng aus Nasapir
Klimazeugin Anna Uromcamu aus Nebbi