7 Tipps zum aktiv werden

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„Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an die Spielregeln halten. Die Regeln müssen sich ändern, alles muss sich ändern, und zwar heute.“ Greta Thunberg (15), 2018

Was die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hier fordert, ist ein grundlegendes Überdenken unserer Werte und unseres alltäglichen Produzierens und Konsumierens, einen tiefgreifenden Wandel der globalen Macht- und Wirtschaftsstrukturendes sowie des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Nur so wird ein Gutes Leben für Alle im Rahmen der planetaren Grenzen der Erde möglich sein können. Oder wie es die kanadische Publizistin Naomi Klein einmal formulierte:Bei der Klimakrise geht es um nichts weniger als um Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima.

Jede*r kann mit täglichen Entscheidungen den eigenen Ressourcenverbrauch (ökologischen Fußabdruck) reduzieren – ganz im Sinne des Mahatma Ghandi zugeschriebenen Spruchs: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht!“  Dafür haben wir unten Beispiele und Tipps zusammengestellt, die sich gut als Einstieg und für die weitere Recherche eignen.

Aber alle individuellen Veränderungen im Privaten nutzen wenig, wenn sie nicht mit gemeinschaftlichem und solidarischem politischen Handeln verbunden werden. Durch Einmischung und Mitgestaltung (Vergrößerung des nachhaltigen Handabdrucks) kann und sollte jede*r über sein individuelles Verhalten hinaus einen Beitrag zur sozialökologischen Transformation  leisten.

Jugendliche haben sich seit Jahrzehnten immer wieder mit  Worten und Taten in die internationale Politik eingemischt, haben mit deutlichen Worten die Erwachsenen zum sozial- und klimagerechtem Handeln aufgefordert und mit ihren Aktivitäten die Welt ein wenig verändert. Bekannt geworden ist vor allem der (damals) 10jährige Felix Finkbeiner mit seiner Initiative Plant-for-the-Planet („Stop talking, start planting!“).

Hier zwei weitere bemerkenswerte Beispiele:

Die Rede der Kinder, vorgetragen von der damals 13jährigen Severn Suzuki auf der UN Klimakonferenz 1992 (!) in Rio de Janeiro:

Und die Rede der 15jährigen Greta Thunberg bei der Klimakonferenz in Kattowitz, Polen (2018):

Dass die Jugendlichen nicht mehr bereit sind, nur noch bewegende Reden am Rande großer Konferenzen zu halten, sondern jetzt auch Taten folgen lassen wollen und diese auch von den Erwachsenen einfordern, zeigt die aktuelle Jugendbewegung Fridays for Future.

Weitere Beispiele für junge Klimaaktivist*innen haben wir im Abschnitt „Intergenerationelle Gerechtigkeit“ auf der Seite Klimagerechtigkeit aufgeführt.

Und nun: viel Spaß, Mut und Erfolg beim (Mit-)Machen!

1. Verbrauche weniger
Bei der Herstellung unserer Gebrauchsgegenstände werden jede Menge Rohstoffe verbraucht und Treibhausgase ausgestoßen. Überlege, was du wirklich brauchst. Wenn wir jedes zweite Produkt mit anderen teilen, gebraucht kaufen oder es reparieren statt wegzuschmeißen, können wir unsere klimaschädlichen Emissionen enorm reduzieren. Nutze Tausch- und Leihplattformen, hol dir deine Klamotten in Second Hand Läden und organisiere Reparaturwerkstätten.
Dein ökologischer Fußabdruck
Kritischer Konsum
Check dein Klima
Schüler-Reparaturwerkstatt
 
2. Achte auf deine Ernährung
Rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen weltweit entstehen durch Ernährung, etwa 70% davon durch tierische Produkte. Reduziere
deinen Fleischkonsum und esse möglichst oft vegetarisch oder vegan. Wenn du regionales Obst und Gemüse entsprechend der Jahreszeit isst, werden lange Transportwege vermieden. Produkte aus Bio-Anbau sind zudem besser für das Klima. Wirf möglichst kein Essen weg und setze dich für eine solidarische Landwirtschaft ein.
Ernährung und Klimaschutz
Klimawandel auf dem Teller

Werde Klimatarier
3. Vermeide Plastikverpackungen
Plastiktüten und -verpackungen werden zum großen Teil aus Erdöl hergestellt, brauchen Jahrhunderte, um zu zerfallen, und verseuchen die Umwelt mit Mikropartikeln. Bei ihrer Produktion entstehen zudem klimaschädliche Treibhausgase. Vermeide überflüssige Verpackungen, recycle deinen Müll, nutze Baumwolltaschen und eigene Behälter zum Einkaufen. Oder starte eine Anti-Plastik-Kampagne an deiner Schule.
Schulprojekt: Plastik war gestern
Tipps zur Plastikvermeidung
Plastik vermeiden: 30 Tipps

 
4. Spare Energie
Energie aus fossilen Brennstoffen (Erdöl, Erdgas, Kohle) produziert tonnenweise klimaschädliche Gase. Energie sparen schont das Klima und den Geldbeutel. Du kannst z.B. Licht ausschalten beim Verlassen eines Raumes, Stand-By vermeiden oder die Heizung um 1° runterdrehen. Organisiere einen Energiewende – Tag an deiner Schule oder überzeuge deine Familie und Freunde, auf Strom aus erneuerbaren Energien (Sonne, Windkraft) umzusteigen.
Energie und Klima: Tipps für jeden Tag
Energiesparen an Schulen
Carrot Mob macht Schule
5. Sei klimafreundlich mobil
Verzichte möglichst auf überflüssige Fahrten mit dem Auto oder auf Flugreisen.
Besonders in der Stadt ist man mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln bequem und oftmals schneller unterwegs als mit dem Auto – und tut dabei auch noch etwas für das Klima. Bei kürzeren Strecken kann das Urlaubsziel oft auch bequem mit der Bahn erreicht werden. Setze dich für die Rechte von Radfahrer*innen und eine klimafreundliche Verkehrspolitik ein, organisiere nachhaltige Klassenreisen oder einen Aktionstag an der Schule.
Klimafreundlich unterwegs sein
Schulprojekt zur nachhaltigen Mobilität
Klimafreundlich auf Klassenreise
 
6. Bewahre die Vielfalt
Biologische Vielfalt ist die Basis allen Lebens auf der Erde. Tiere und Pflanzen liefern uns Nahrung, Rohstoffe und Arzneimittel, Ökosysteme säubern Luft und Wasser, speichern CO2 und bieten Erholung; Insekten sorgen für Bestäubung und Bodenverbesserung. Lerne dich als Teil der natürlichen Mitwelt zu begreifen: Eco statt Ego!
Engagiere dich für den Schutz von Wäldern, Mooren und Gewässern. Unterstütze die biologische Vielfalt z.B. mit Insektenhotels, Bienenweiden, Pflanzaktionen und Urban Gardening.
Young friends of the earth
Rettet den Regenwald
Fokus Biologische Vielfalt

 

7. Engagiere dich
Es gibt viele Initiativen und Organisationen, die sich für Klimaschutz und Gerechtigkeit stark machen und bei denen sich auch Jugendliche engagieren können.
Gründe eine Klima-AG in deiner Schule, tritt einer Jugendaktionsgruppe bei oder lade eine*n Klimaaktivist*in in die Schule ein. Wenn ihr wahlberechtigt seid: Informiert euch über die Klima-Positionen der politischen Parteien und stimmt für den Klimaschutz.
Aktionsheft: Werde Aktivist*in
Aktiv Kreativ Demonstrativ – Handbuch
Greenpeace Jugend AGs
Klimaschutz-Organisationen
   

 

Du brauchst noch mehr Tipps?

Viele einfache und machbare Anleitungen und Tipps für ein nachhaltiges und klimafreundliches Leben liefert die Initiative Und jetzt retten wir die Welt! – unbedingt empfehlenswert als Nachschlagewerk für Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen

Auch hier kannst du dich informieren, wie du nachhaltig leben kannst.

Klimaschutz an der Schule

Du möchtest praktisch mit deiner Klasse etwas für den Klimaschutz tun? Hier gibt Vorschläge und Praxisbeispiele für Klimaschutzaktionen an Schulen
• auf der
Schüler*innenseite von Klasse Klima – heißkalt erwischt
• auf der Seite Was kann ich tun vom climateproject
• oder
im Handbuch: Klimaschutz an Schulen – 50 Tipps vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg