Über uns

Probe an der Ilse-Löwenstein-Schule im Projektjahr 2017. Foto: CREACTIV

Mit dem Projekt CREACTIV für Klimagerechtigkeit rückt die KinderKulturKarawane seit 2015 das Thema Klimagerechtigkeit in den Fokus ihrer künstlerischen Aktivitäten und motiviert Jugendliche, sich für aktiven Klimaschutz und globale Gerechtigkeit einzusetzen. Jedes Jahr werden für das Projekt zwei junge Künstlergruppen aus dem Globalen Süden eingeladen, die im Herbst eine Woche lang mit weiterführenden Hamburger Schulen zusammenarbeiten. Gemeinsam werden künstlerische Präsentationen und kreative Aktionen zum Thema Klimagerechtigkeit entwickelt.

Ablauf des Projekts

Höhepunkt des Projektjahres ist die Begegnung der CREACTIV-Klassen mit ihren Partnergruppen nach den Sommerferien. Aber auch während der übrigen Zeit beschäftigen sich die teilnehmenden Klassen und die jungen Künstlergruppen ausführlich mit den Themen des Projektes. Wichtige Bestandteile sind dabei:

  • Die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen Klimawandel und Klimagerechtigkeit am Beispiel Deutschlands und des Partnerlandes
  • Die Entwicklung von Ideen, wie sich jede*r für mehr Klimagerechtigkeit einsetzen kann
  • Ein mehrtägiger Vorbereitungsbesuch des oder der Projektleiters*in aus dem Globalen Süden im Frühjahr
  • Das Erstellen kreativer Produkte und eigener Medien für die Öffentlichkeitsarbeit durch die Schüler*innen
  • Die einwöchige Begegnung mit einer jungen Künstler*innengruppe sowie die gemeinsame Erarbeitung und öffentliche Präsentation einer kreativ-künstlerischen Performance oder Straßenaktion über Klimagerechtigkeit.
  • Ein gemeinsames Commitment der Jugendlichen, wie sie sich künftig für mehr Klimagerechtigkeit einsetzen wollen
  • Schüleraktionen in Schule und Stadtteil zum Klimaschutz und Gerechtigkeit
 
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CREACTIV 2018: Arena y Esteras aus Peru in Hamburg
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Globale Zusammenhänge erkennen

Durch den Austausch mit den Jugendlichen aus dem Globalen Süden wird das Thema Klimagerechtigkeit erlebbar: die sonst häufig eher als abstrakt wahrgenommenen „Folgen des globalen Klimawandels“ bekommen durch die Begegnung Gesichter und Stimmen.  Die Jugendlichen befassen sich damit, welche Folgen der Klimawandel in verschiedenen Regionen der Erde hat und wie das Thema Gerechtigkeit damit zusammenhängt. Sie berichten einander von ihrem Erfahrungen, überlegen gemeinsam, wie verantwortliches Handeln in Bezug auf Klimagerechtigkeit aussehen kann und entwickeln Ideen, wie diese Einsichten in die Öffentlichkeit getragen werden können.

Peer-to-Peer: Lernen auf Augenhöhe

Im direkten Dialog erweitern die teilnehmenden Jugendlichen so ihr Wissen über Ursachen und Auswirkungen des globalen Klimawandels und erkennen ihren persönlichen Part darin. Dabei arbeiten die junge Künstler*innen der Partnergruppen weitgehend selbstständig (Peer-to-Peer) mit den Hamburger Schüler*innen: So haben beide Seiten die Möglichkeit, selbstbestimmt und direkt voneinander zu lernen. 

Neue Stärken entdecken

Bei CREACTIV erfahren die beteiligten Jugendlichen, dass sie selber etwas bewegen können. Durch kreativ-künstlerische Methoden wie Tanz, Theater und Akrobatik erfahren sie Selbstwirksamkeit, stärken ihre Selbstbewusstsein und entwickeln Handlungskompetenzen, mit denen sie auf Dauer zu gesellschaftlichen Transformationsprozessen beitragen können. Dadurch werden sie ermutigt, künftig eigene gesellschaftliche und politische Verantwortung zu übernehmen.

„Ich habe gelernt, selbstbewusster zu sein und mich auf mehr einzulassen, auch wenn man etwas nicht kann oder einem etwas peinlich ist. Außerdem habe ich viel über den Klimawandel gelernt“

Schülerin, 10. Klasse
„Viele Sachen waren mir gar nicht so bewusst … Das Projekt hat mich sehr motiviert, etwas aktiv gegen den Klimawandel zu unternehmen. Ich achte jetzt noch mehr darauf, wie ich mit Plastik umgehe.“

Schüler, 10. Klasse
„Ich habe gelernt, mutiger und offener zu sein und dass man auch miteinander kommunizieren kann, ohne dieselbe Sprache zu sprechen.“

Schüler, 8. Klasse
„Das Projekt hat mich motiviert, anzufangen etwas tu tun und mir nicht einzureden, dass ich das alleine nicht schaffe.“

Schüler, 10. Klasse
„Ich habe gelernt, offener für Neues zu sein und jeden als etwas Besonderes anzusehen: jeder Mensch hat ein Talent.“

Schülerin, 7. Klasse
„Das Besondere ist der Peer-to-Peer-Ansatz: Man konnte sich als Erwachsener fast raushalten, nur ein paar Impulse reingeben – ansonsten lief das zwischen den Jugendlichen fast von alleine. Das war sehr faszinierend. Der Peer-to-Peer-Ansatz ist absolut genial und funktioniert hundertprozentig.“

Lehrerin, Stadtteilschule
„Meine Schüler haben viel mitgenommen. Sie konnten zum ersten Mal spüren, dass es Menschen sind wie sie selber, die unter den Folgen des Klimawandels leiden. Einige arbeiten jetzt viel motivierter mit als vorher. “

Lehrerin, Stadtteilschule
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Institutioneller Rahmen

Projektträger ist das Hamburger Büro für Kultur- und Medienprojekte gGmbH. Gefördert wird CREACTIV seit 2017 aus Mitteln des Hamburger Klimaplans, des Evangelischen Kirchlichen Entwickungsdienstes und der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) sowie von der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BNE Landeskoordination) unterstützt.

Jährlich können bis zu acht weiterführende Hamburger Schulen an dem Projekt teilnehmen. Für sie bietet CREACTIV besondere Chancen, durch längerfristiges schuljahres- und fächerübergreifendes Arbeiten das Thema Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit im Schulleben und in den Unterricht einzubinden. Damit können sie die ganzheitliche (Weiter-)Entwicklung von Schulprofilen, z.B. als Kultur-, Klima- oder Umweltschule oder im  Rahmen von Eine-Welt-Profilen öffentlichkeitswirksam und mit Unterstützung außerschulischer Partner*innen voranbringen. Der Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung (ORGE), in dem auch die KinderKulturKarawane als Modellprojekt aufgeführt wird, bietet dazu einen umfassenden Bezugsrahmen sowie viele inhaltliche und methodische Anregungen für den Unterricht. Weiterhin orientiert sich das Projekt am Leitbild, den Konzepten und Methoden einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). 

Mit dem Projekt bewegen wir uns auf der Grundlage der Agenda 2030: Diese umfasst siebzehn im September 2015 von 193 UN-Mitgliedsstaaten verabschiedete Globale Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals / SDGs), deren zentrales Anliegen es ist, bis zum Jahre 2030 Armut und Hunger abzuschaffen, die Ökosysteme zu schützen, den Klimawandel zu stoppen, weltweit für (mehr) Gerechtigkeit zu sorgen und eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Für das CREACTIV-Projekt ist das Ziel 13 (Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen) von besonderer Bedeutung.

Wir sind ausgezeichnet

CREACTIV wurde bereits dreimal in Folge im Rahmen des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ von der Deutschen UNESCO-Komission und dem BMBF als vorbildliches BNE-Netzwerk ausgezeichnet (2016, 2017/18, 2018/19), erhielt den Ersten Preis beim 5. Ökumenischen Förderpreis Eine Welt in der Kategorie „Klimagerecht – Menschenrecht“ (2017) und wurde für den Lokalen Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN 2017 nominiert.   

Downloads

Beitrag über CREACTIV in „Infodienst – Das Magazin für kulturelle Bildung“ 126/2017
CREACTIV 2016-17: Dokumentation
CREACTIV-Flyer (englisch): folgt
CREACTIV-Flyer (spanisch): folgt