Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Die ökologischen Ressourcen dieser Erde sind begrenzt: Für eine zukunftsfähige nachhaltige Entwicklung gilt es, mit diesen Ressourcen so sorgfältig umzugehen, dass wir hier und heute nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde, nicht auf Kosten anderer nicht-menschlicher Lebewesen und nicht auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Nachhaltigkeit ist folglich eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft und verlangt nach einer Entwicklung, die ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig ist.

Mit diesem Ziel möchte eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vor allem – aber nicht nur – junge Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen. Um Bildung in diesem Sinne international zu fördern, hat die UNESCO von 2004 bis 2014 die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ins Leben gerufen und im Anschluss von 2015-2020 das Weltaktionsprogramm BNE initiiert. Als Ziel dieser internationalen Bemühungen wird im Nationalen Aktionsplan BNE für Deutschland formuliert: „Die globale Vision der Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ist es, allen Menschen Bildungschancen zu eröffnen, die es ermöglichen, sich Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft und eine positive gesellschaftliche Veränderung erforderlich sind“.

Eine zentrale Rolle bei der BNE spielt – vor allem im deutschsprachigen Raum – der Erwerb von „Gestaltungskompetenz“. BNE soll Menschen Kompetenzen vermitteln, um aktiv und eigenverantwortlich die Zukunft im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gestalten zu können. Sie sollen Entwicklungsprozesse analysieren, sie anhand von Kriterien der Nachhaltigkeit nach ihren ökologischen, ökonomischen und sozio-kulturellen Auswirkungen bewerten und ihr eigenes Handeln entsprechend ausrichten können. Dabei geht es um Fragen wie:

Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es beispielsweise, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche? Welche globalen Mechanismen führen zu Konflikten, Terror und Flucht?

Zur Gestaltungskompetenz gehören Fähigkeiten wie z.B. Empathie für andere zeigen zu können, an kollektiven Entscheidungsprozessen teilhaben zu können, sich und andere motivieren zu können, aktiv zu werden, selbstständig planen und handeln zu können, Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage nutzen zu können, beim Aufbau von Wissen neue Perspektiven integrieren und Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen zu können.

Kurz: Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglicht es dem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.