Ein Gruß aus Peru

Arena y Esteras im September 2018 an der Ilse-Löwenstein-Schule in Hamburg

Von Ana Sofia Pinedo, Leiterin der Gruppe Arena y Esteras aus Peru, hat uns eine bewegende Nachricht aus Villa El Salvador erreicht:

„An die Freunde der KinderKulturKarawane, liebe*r Ralf, Friderike, Jan, Teresa, Anita und alle

Nach einigen Tagen zurück in Peru hat sich unser Körper immer noch nicht an die graue Landschaft hier gewöhnt, an den lauten Verkehr und an den Gestank der sich erhitzenden Abgase. Viele Bilder bleiben uns erhalten: so viel Grün war ein Geschenk an unsere Augen; keine einzige Plastiktüte, die die Märkte verlassen hat und kleine Kinder, die mit dem Fahrrad fahren, ohne Angst, angefahren zu werden; zu gehen ohne Angst, ausgeraubt oder getötet zu werden für ein Handy. Es gibt so viel Freiheit und Farben an den Schulen zu sehen, die uns aufgenommen haben, verglichen mit den grauen Uniformen und der militärischen Autorität der peruanischen Bildung. Sehr viele Unterschiede!

Aber die größte Lektion ist ohne Zweifel, die Solidarität in einer viel weiteren Dimension kennenzulernen. Hier in Villa El Salvador solidarisch zu sein, ist vielleicht die einzige Form, unsere Regierungen zu überleben. Daher sind Spendensammlungen für eine medizinische Behandlung des kranken Nachbarn oder kommunale Arbeit, um einen aufgegebenen Spielplatz zu verbessern, tägliche Formen des öffentlichen Widerstandes, um mit Würde die Armut anzunehmen wie das Schicksal, was unvermeidlich wirkt.

Aber hier haben wir Menschen gesehen, die „alles haben“ und die aus einer bequemen Position aus gesehen, das Gleiche für „den Anderen“ suchen. Es ist ein Gesicht, das man nicht kennt, aber eines, das mit Liebe darauf wartet, sein Haus zu öffnen, das Bett zu bereiten und Essen anzubieten mit der Berufung als Freund. Das hat einen enormen Wert, weil das Konzept des „Anderen“ verschwindet, wie im traditionellen Quechua. Wenn sie dich begrüßen, ist die Frage nicht: „Wie geht es dir?“, sondern „Geht es uns gut?“ Weil der andere nicht als er selbst gesehen wird, bist du wir und genauso wie ich. So sind wir ayni, eine große Familie, eine Gemeinschaft. So ist es viel einfacher, die Erde als unser großes Haus zu sehen. Das Leid des einen ist der Schmerz aller, grausamer als wenn es um ein Kind geht.

So hat die KinderKulturKarawane ein gemeinsames Netzwerk gespannt, etwas sehr wichtiges in Zeiten voll mit (materiellen) Gütern, die niemandem Gutes tun – außer dem Markt und seinen Schergen. Und mit der Anstrengung nach dem Materiellen, das uns erschöpft hält, leert sich unsere emotionale Seele. Und dieses „alles haben“ der deutschen Gesellschaft – wie in vielen Staaten der sogenannten Ersten Welt – lässt die Ankunft von Einsamkeit und Trauer so sehr in den Menschen zu, dass sie ihre Tage damit verbringen, ihr Haus, überflutet mit Gegenständen und Artefakten, zu betrachten, aber ohne Menschen, Leben und Menschlichkeit. Hier entsteht das Wunder der KinderKulturKarawane, die genauso wächst, wie die Familien wachsen durch die Stärke der Herausforderungen und Erfolge. Die Macht eines Netzwerkes ernährt Deutschland in vielen Städten mit der Bedeutung der Individuen, wissend, dass ihre Mühe und ihr Einsatz den Unterschied macht für eine Welt, in der die Grenzen, die Farbe der Haut oder die Sprache nicht stärker sind als das Lachen, eine Melodie oder eine szenische Geste. Die Macht eines Netzwerkes ernährt die Träume mutiger Kinder, die das Unglück haben, im „falschen Teil der Welt“ geboren zu sein.

Und hier sind wir wieder, in unserem Teil der Welt, fühlen uns stolzer denn je, hier zu leben, weil wir hier einen Zweck haben: ein Schrei der Unzufriedenheit zu sein … eine Zugkraft zu sein … eine Revolution der Freude zu sein … um die Welt zu bewegen und die Hand hochzuhalten … um zurückzukehren zum Respekt für unsere Wurzeln, für unsere Mutter Erde … weil wir im Wesen genau das sind und nichts mehr: die Erde, das Wasser, die Luft und das Feuer, um einen Weg zu säen, der betreten werden wird durch mutige Kinder. Mit dem Ziel, die Welt weiterhin zu verändern, ein für alle Mal und danach wieder …

Danke KinderKulturKarawane

Danke Schulen, Lehrer, Jugendliche, Schüler,  Familien, Freunde

Bis bald!!!

Ana Sofía

Arena y Esteras

November 2018“

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Hier noch einmal der Originaltext auf Spanisch:

„Queridos amigos de Kinder Kultur Karawane, queridos Ralf, Frederike, Jan, Teresa, Anita y tod@s

A pocos días de llegar a Perú aún nuestro cuerpo no se acostumbra al paisaje gris, al ruido del tráfico y olor a gasolina quemada. Muchas imágenes nos quedaron grabadas: tanto verde fue un regalo para nuestras pupilas; ni una sola bolsa de plástico saliendo de los mercados; niños pequeños transitando en bicicleta sin miedo a ser atropellados; caminar sin el riesgo a que te roben o maten por un celular; ver tanta libertad y color en las escuelas nos asombra frente a los uniformes grises y la autoridad militar de la educación peruana. Tantas diferencias!
Pero la lección más grande es sin duda conocer la solidaridad a una dimensión más amplia. Aquí en Villa El Salvador ser solidario es quizás la única forma de sobrevivir a nuestros gobiernos. Por ello una colecta para las medicinas del vecino enfermo o una faena comunal para mejorar el parque infantil abandonando son cotidianas formas de resistencia popular para asumir con dignidad la pobreza como destino que parece ineludible.
Pero aquí hemos visto gente que „lo tiene todo“ y al verse en una posición cómoda busca lo mismo para „el otro“, un rostro que no conoce pero que espera con cariño, para abrir su casa, tender la cama y ofrecer alimento con vocación de hermano. Eso tiene un valor enorme, porque el concepto del „otro“ desaparece, como en el quechua original, cuando te saludan la pregunta no es: cómo estás? Sino: estamos bien? Porque no se concibe al otro sin uno mismo, tú eres un nosotros igual que yo. Así somos ayni, familia amplia, comunidad. Así es más fácil pensar en la tierra como nuestra casa grande y el sufrimiento de uno es el dolor de todos, más cruel si de un niño se trata.
Así Kinder Kultur Karawane ha forjado una red de propósito compartido, algo vital en estos tiempos tan llenos de bienes (materiales) que no le hacen bien a nadie -excepto al mercado y sus secuaces-. Y el esfuerzo por lo material nos deja agotados, vaciando nuestro espacio emocional. Y ese “ tenerlo todo“ de la sociedad alemana -como muchas otras del llamado primer mundo- deja un legado de soledad y tristeza tan grande en la gente, que gasta sus días mirando sus casas inundadas de cosas y artefactos pero vacías de gente, de vida, de humanidad. Pero allí es donde aparece el milagro de KiKuKa, que crece como crecen las familias, a fuerza de desafíos y logros. El poder de una red que en Alemania alimenta de sentido a gente en muchas ciudades sabiendo que su esfuerzo hace la diferencia por un mundo donde las fronteras, el color de la piel o el idioma no son más fuertes que una sonrisa, una melodía o un gesto escénico. El poder de una red que alimenta los sueños de chiquillos valientes que tuvieron la desgracia de nacer en el “lado equivocado del mundo”.

Y aquí estamos otra vez nosotros, en nuestro lado del mundo, sintiéndonos más orgullosos que nunca de vivir aquí, porque aquí tenemos un propósito: ser grito de descontento…ser fuerza de arrastre…ser revolución de alegría…para mover el mundo y ponerlo patas arriba…para volver al respeto por nuestras raíces, por nuestra Madre Tierra… porque en esencia somos eso y nada más: tierra, agua, aire y fuego, sembrando un camino que será pisado por nuevos chiquillos valientes con ganas de seguir transformando el mundo, una y otra y otra vez…

Gracias Kinder Kultur Karawane
Gracias escuelas, maestros, niños, jóvenes, familias, amigos
Hasta pronto…Bis bald!!!

Ana Sofia
Arena y Esteras
Nov. 2018“

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