Fortbildung.Klimagerechtigkeit

29. Februar 2016: Gut 20 Lehrkräfte und außerschulische Bildungsakteure waren an diesem sonnigen Montagnachmittag ins Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) zu unserer Fortbildung „Klimagerechtigkeit“ gekommen, darunter viele Lehrkräfte von creACTiv-Schulen. Veranstaltet wurde die Fortbildung in Kooperation mit dem Referat Globales Lernen/Geographie (Leitung: Gerd Vetter).

IMG_20160229_182523Es ging in der Veranstaltung insbesondere darum, mit welchen Methoden und Materialien die komplexen Themen von Klimawandel und Klimagerechtigkeit altersgemäß und motivierend an Schüler*innen vermittelt werden können. Referentin war Ulrike Eder von der Infostelle Klimagerechtigkeit. Sie präsentierte zunächst die wichtigsten Fakten zu den Auswirkungen des Klimawandels und vermittelte dabei eindringlich die Brisanz der Situation und die Notwendigkeit zu handeln. Warum aber verhalten sich die meisten Menschen immer noch nicht hinreichend „klimagerecht“? Wie kann die junge Generation für das Thema sensibilisiert werden? Sind die Jungen tatsächlich so motiviert, sich für Umwelt- und Klimaschutz zu engagieren, wie Wissenschaftler der Leuphana-Universität in ihrem aktuellen Nachhaltigkeitsbarometer (2015) feststellen?

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© Gerhard Mester                                                                                     Karikaturen eignet sich gut für die Arbeit mit Schüler*innen

Spielerisch gemeinsam Erarbeiten
Zum gemeinsamen Einstieg in das Thema eignen sich interaktive Methoden wie z.B. das „Weltspiel“. Anhand einer großen auf dem Boden ausgelegten Weltkarte oder im Raum verteilter Zettel mit den Namen der Kontinente verteilen die Jugendlichen mit Hilfe von Playmobil-Figuren, Cent-Münzen oder Schoko-Stücken und Luftballons nach eigenem Wissen und Gutdünken die Weltbevölkerung, die jeweiligen Bruttoinlandsprodukte  und die CO2-Emissionen auf alle Kontinente und diskutieren dann über die richtigen Zahlen und über Hintergründe.FoBi-Klimagerecht
Auch das „Ampelspiel“ – ein klimapolitisches Fragespiel mit roten und grünen Antwortkarten – ist ein guter Start, um Vorwissen der Schüler*innen abzufragen, ins Gespräch zu kommen oder am Ende einer Lerneinheit das Gelernte noch einmal abzufragen. Ebenso ausprobiert wurde ein Spiel, bei dem die durch Dublo-Steine symbolisierten „Emissionsmengen“ bestimmten Ländern zugeordnet werden mussten.
Zur weiteren inhaltlichen Erarbeitung empfehlen sich Recherchen in Kleingruppen und Posterpräsentationen, die Beschäftigung mit Klimazeug*innenberichten oder ein Rollenspiel zur Klimakonferenz. In der Reflexions- und Wiederholungsphase kann das erlernte Wissen in einer „Klimarally“ oder einer „Mindmap“ noch einmal zusammengetragen werden. Alle vorgestellten Methoden und Spielmaterialien finden sich in der kostenlosen Methodenmappe der Infostelle Klimagerechtigkeit.


Gemeinsam handeln und kreativ bleiben

Die entscheidende Frage bIMG_20160229_190445leibt zum Schluss, wie Jugendliche (und Erwachsene) vom Wissen zum Handeln motiviert werden können. Man kann einen Fächer von Handlungsangeboten vorstellen oder besser noch, diese in einem gemeinsamen Brainwriting zusammen tragen.
Gemeinsam lässt sich auch besser überlegen, wie z.B. der eigene ökologische Fußabdruck verkleinert oder der soziale Handabdruck vergrößert werden kann. Auch in der Fortbildung probierten die Teilnehmer*innen diese Methoden aus.
Lasst uns also loslegen, riet Ulrike Eder den Teilnehmer*innen zum Schluss und erinnerte alle an den Mythos von der Hummel, die eigentlich nicht fliegen kann, weil sie zu dick ist: „Die Hummel weiß das aber nicht und fliegt trotzdem!“ Mit dieser Motivation und vielen Informationen und methodischen Anregungen verließen die Teilnehmer*innen abends das LI.

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